Anbau und Erweiterung des Kindergartens "Buchfinkennest"

I. Kindergarten „Buchfinkennest“ wird angebaut und um eine Krippengruppe erweitert

Der kommunale Kindergarten „Buchfinkennest“ der beiden Ortsgemeinden Gackenbach und Horbach erhält einen Anbau und wird um eine Krippengruppe mit entsprechenden Nebenräumen, einem weiteren Schlafraum für die unter Dreijährigen aus den beiden bestehenden Altgruppen, einem Leiterinnenzimmer und um eine vergrößerte Küche erweitert. Der erforderliche Anbau soll auf dem noch freien Gelände neben dem KiGa-Gebäude in Richtung Grundschule errichtet werden. Dies haben die beiden Ortsgemeinderäte Gackenbach und Horbach in der letzten Woche beschlossen.

Der Auftrag zur Planung der Erweiterungsmaßnahme wurde erteilt. Entsprechende Bau- und Zuschussanträge sind möglichst kurzfristig zu erstellen, damit eine in Aussicht gestellte Landes- und Kreisförderung in Anspruch genommen werden kann. Ziel ist es, mit der Erweiterungsmaßnahme - nach Planung, Genehmigung und Ausschreibung - noch in diesem Jahr zu beginnen und sie bis spätestens Ende August 2018 abzuschließen, damit das erweiterte Betreuungsangebot mit Beginn des Kindertagesstättenjahres 2018/2019 bereit steht.

Derzeitiges Raumangebot zu gering und nicht mehr zeitgemäß
Der im Jahre 1993 erbaute kommunale Kindergarten Gackenbach/Horbach wurde ursprünglich als zweigruppige Teilzeiteinrichtung ausgelegt. D. h., die Kinder waren von 8 – 12 Uhr am Vormittag und ggf. noch einmal von 14 – 16 Uhr am Nachmittag in der Einrichtung. Es gab damals noch keine Ganztagsgruppe, es gab keine „unter Dreijährigen (U3-Kinder)“, es gab kein Mittagessen, es gab keine Kinder, die tagsüber auch einmal schlafen müssen usw.

Zwischenzeitlich gibt es schon ab dem 1. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Zwischenzeitlich haben sich Ganztagsplätze etabliert, die auch eine Übermittagsbetreuung mit Mittagessen mit sich bringen. Zwischenzeitlich sind auch kleine Kinder unter drei und sogar unter zwei Jahren im Kindergarten, die noch Windeln tragen und deswegen mehrmals täglich gewickelt werden müssen, die einen Ruhe- und Schlafraum benötigen.

Raumangebot muss vergrößert werden
Die in den beiden letzten Jahren erfreulich hohen Geburtenzahlen in Gackenbach und Horbach und die Wünsche der meisten Eltern, für ihre Kinder möglichst früh einen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen zu können, verschärfen das bestehende Raumproblem. Denn bei derzeit nur sieben U3-Plätzen können der Bedarf und die Wünsche der Eltern nicht mehr befriedigt werden, so dass es zu relativ langen Wartezeiten kommt.

In vielen Gesprächen Problemlösung gesucht
Seit September 2016 wurde in vielen Gesprächen, mit Unterstützung der Verbandsgemeinde und unter Beteiligung zuständiger Fachbehörden, intensiv nach einer Lösung des Problems gesucht. Der Lösungsvorschlag lautete letztlich:
Aus der bisherigen Regelgruppe wird eine geöffnete Regelgruppe [25 Plätze, davon 6 U3-Plätze]. Die zweite Gruppe mit kleiner Altersmischung [15 Plätze, davon 7 U3-Plätze] bleibt bestehen. Darüber hinaus wird eine zusätzliche Krippengruppe zur Betreuung und Förderung von 10 Kindern bis zum vollendeten dritten Lebensjahr neu geschaffen. Auch soll im Rahmen dieser Lösung die schon lange bestehende Raumnot im Kindergarten behoben werden.

In einem Bedarfsplanungsgespräch im November 2016 mit Vertretern des Jugendamtes des Westerwaldkreises wurde in diesem Sinne eine Änderung des Kindertagesstättenbedarfsplanes für unsere Einrichtung beantragt und inzwischen auch genehmigt. Das neue Betreuungsangebot mit der Kinderkrippe mit dann insgesamt 24 „U3-Plätzen“ macht den Kindergarten und damit auch die beiden Ortsgemeinden auch für (junge) Familien attraktiv. Bereits jetzt machen viele Eltern von Kleinkindern ihren Zuzug in die beiden Buchfinkenlandgemeinden von einem geeigneten Betreuungsangebot für ihre Kinder abhängig. Vor dem Hintergrund bestehender bzw. beabsichtigter neuer Baugebiete ist dies ein wesentlicher Standortvorteil.

Nach langem Ringen gemeinsame Lösung gefunden
Der Weg bis zur gemeinsamen Lösung war allerdings schwierig. Während sich der Gackenbacher Ortsgemeinderat für eine räumlich großzügigere und aus unserer Sicht funktionalere Planungsvariante einsetzte, präferierte der Horbacher Ortsgemeinderat eine kompaktere und damit kostengünstigere Variante. Wie so oft im Leben musste letztlich ein Kompromiss gefunden werden. Der Gackenbacher Ortsgemeinderat zeigte Entgegenkommen und stimmte dem kompakteren Planentwurf zu. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass dieser Planentwurf noch einmal überarbeitet (Tausch einzelner Funktionen, Optimierung der Flur- und Verkehrsflächen) und ergänzt wird (Erweiterung des Anbaus um ca. 13 qm).

Die vorläufig geschätzten Baukosten des jetzt beschlossenen Maßnahmenpaketes belaufen sich auf rund 520.000 €. Ob letztlich der Kostenrahmen einzuhalten ist, das werden wir erst nach Vorliegen der Ausschreibungsergebnisse der einzelnen Gewerke bzw. nach Abschluss der Bauarbeiten wissen.

Der Kindergarten ist den heutigen Anforderungen an eine moderne, zukunftsfähige Einrichtung der Kinderbetreuung nicht mehr gewachsen. Uns Gackenbachern ist und war es von Anfang an wichtig, eine Erweiterung unseres Kindergartens zu realisieren, die bestehende Missstände beseitigt, den steigenden Anforderungen der nächsten 30 - 40 Jahre genügt, die unseren Kindern optimale Entwicklungsmöglichkeiten bietet und die den jungen Familien in unserer Gemeinde vielfältige Betreuungsoptionen eröffnet. 

Dass wir dabei - bei allem wirtschaftlichen Denken und verantwortungsvollem Umgang mit Steuergeldern - klug, vorausschauend und mit Weitsicht in die Zukunft investieren müssen, darin sind sich die Gackenbacher Gemeindevertreter einig; und wir sind uns sicher, dass uns unsere Bürgerinnen und Bürger in dieser Haltung nicht nur unterstützen, sondern ein solches Handeln auch von uns erwarten. Viel schlimmer wäre es, nach zwei Jahren sagen zu müssen, da haben wir am falschen Ende gespart, um dann teuer nachsteuern zu müssen.

II. Update 1 vom 10.03.2017:

Es kann losgehen

Und dennoch - wie heißt ein altes westerwälder Sprichwort: "Hinter dem Pflug ist geackert!"
Die Entscheidung ist gefallen und wir freuen uns gemeinsam in den beiden Gemeinden, das neue Projekt jetzt realisieren zu können! 

Auf der Grundlage der zweiten Planvariante ist der Förderantrag für die Erweiterung unseres Kindergarten zwischenzeitlich fertiggestellt und bei der Kreisverwaltung eingereicht. Wir freuen uns gemeinsam mit Architekt Björn Merzbach auf eine baldige Realisierung des Projektes. Auf geht's!